www.italian-classics.net 21.06.2006 20:34
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In lombardischer Mundart ruft man beim Anblick von etwas Außergewöhnlichem "Countach", gleichbedeutend wie "Donnerwetter". Tatsächlich kommt das Erscheinungsbild des Countach optisch wie akustisch einem Donnerwetter gleich! Selten wurde ein Automobil lanciert, das ähnlich aggressiv und kompromisslos gestylt wurde... Steht diese Skulptur (Länge: 414cm, Breite: 200cm,Höhe 107cm, Radstand: 245cm) direkt vor den Augen des Betrachters, verwundert es noch immer, dass dieses Fahrzeug tatsächlich für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wurde...
Im Vergleich wirkt selbst der Ferrari Berlinetta Boxer wie ein schwerfälliger Luxusliner für reifere Herrschaften. Eines wird schon bald deutlich: Es ist Entwicklungsingenieur Stanzani tatsächlich gelungen, den derart faszinierenden Miura zu ersetzen. Eine Aufgabe, die zunächst unmöglich erscheint...
Eine Parallele zwischen dem Miura und dem Countach besteht darin, dass der 375 PS leistende V12 Motor sich noch immer in der Mitte des Rahmens befindet, allerdings ist er beim Countach nun längs in Sandwich-Bauweise zwischen Getriebe und Differential verbaut. Die Antriebswelle wird hierbei durch die Ölwanne geführt, um beide Bauteile miteinander zu verbinden. Zusätzlich wandert der Kühler aus dem Bug flankierend an die Seiten des Motors und verbessert so die Gewichtsverteilung und löst die vom Miura bekannten thermischen Probleme im Innenraum. So entstanden die beiden so charakteristischen Luftöffnungen, die zwar die Linienführung störten, aber dennoch zu einem der meistphotographierten Details des Countach zählen. Zur Gewichtsreduzierung wurde auch der schwere Stahlrohrrahmen durch eine erheblich leichtere Gitterrohrkonstruktion ersetzt, der zudem eine größere Steifigkeit aufweist. Bei seiner Einführung 1971 verfügte der Countach über einen V12 mit 60 Grad Zylinderwinkel und einem Hubraum von 3.925 ccm, der seine Höchstleistung von 375 PS bei 5.500 u/min abgab. Um das Gewicht der Antriebseinheit zu reduzieren fanden zusätzlich diverse Teile aus einer Magnesiumlegierung Verwendung. Im Laufe seiner Produktionszeit erhielt der LP 500 später zusätzliche Spoilerapplikationen, Kotflügelverbreiterungen und auf Sonderwunsch auch eine voluminöse Heckflosse.
Der Motor leistete aus 4.754 ccm noch immer 375 PS, allerdings bei 7.000 U/min. Die Gemischaufbereitung übernehmen 6 Weber-Doppelvergaser, für die Kraftübertragung findet ein zugegebenermaßen schwergängiges 5-Gang Getriebe von ZF Verwendung. Der bis zu 295 km/h schnelle Countach ist eine brutale Fahrmaschine, der stets die volle Aufmerksamkeit seines Fahrers einfordert. Wird dieser Bolide von einem geübten Fahrer pilotiert, verwöhnt er allerdings mit atemberaubender Performance...
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