www.italian-classics.net 26.05.2006 13:39
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Präsentiert wurde das Chassis des "Miura" auf dem Turiner Automobilsalon im Herbst 1965. Nur wenige Betrachter erahnten damals, dass es sich hierbei um die Basis für ein Seriensportwagen handeln sollte, schließlich saß der Motor quer vor der Hinterachse und glich dem reinrassiger Rennwagen vom Schlage eines Lola GT bzw. Ford GT40. Nach langen Gesprächen wählte Lamborghini Nuccio Bertone und Marcello Gandini für die Gestaltung seines Ferrari-Rivalen aus. Der im März 1966 auf dem Genfer Automobilsalon präsentierte Prototyp eroberte die Herzen des Publikums im Sturm: kein anderes Fahrzeug war so flach, so schnell, aber auch so laut, furchteinflößend und teuer wie der "Miura"! Der Motor wurde in zwei Versionen angeboten, einer zahmeren Variante mit 350 PS sowie einer Sprintausführung mit schärferen Nockenwellen, hoch verdichtenden Kolben und 430 SAE PS bei 8.000 u/min. Lamborghini gab als Höchstgeschwindigkeit mit der längsten Getriebeübersetzung unglaubliche 318 km/h an. Allerdings waren die speziell entwickelten Pirelli-Reifen mit der brachialen Kraftentfaltung des V12 schlichtweg überfordert, so dass das Fahrwerk des "Miura" weicher und damit speziell auf die verwendeten Reifen abgestimmt wurde.
Die Karosserie des "Miura" ist gerade 1,05 m hoch, 1,76m breit und 4,37m lang und extrem windschlüpfrig. Die jeweils einteilige Front- und Heckpartie wurde als Stahlblech-Formteil von Bertone meisterhaft gearbeitet und ermöglicht eine hervorragende Zugänglichkeit sämtlicher Aggregate. Das Interieur des "Miura" gab sich typisch italienisch, mit viel Blech und scharfen Kanten und eher mäßiger Verarbeitung. Wie auf dem Foto zu sehen, steht das Lenkrad für einen Sportwagen sehr flach. 1969 stieg die Motorleistung dank kontinuierlicher Entwicklungsarbeit (neue Brennraumgestaltung, größere Ventile) auf 370 PS bei 7.700 u/min und das maximale Drehmoment auf 382 Nm bei 5.500 u/min. Gleichzeitig wurde die Qualität der Innenausstattung erheblich verbessert. Die Summe der Veränderungen machte aus dem "Miura" den um 8 km/h schnelleren "Miura S" Der ungestillte Tatendrang des Entwicklungsingenieurs Wallace gipfelte in einem speziellen Versuchsfahrzeug, der aufgrund seiner raketengleichen Beschleunigung den Beinamen "Jota" erhielt. Der "Jota" wog ganze 885 kg, hatte einen getrennten Ölhaushalt für Motor und Getriebe- von diesem Prototyp entstanden noch drei weitere Exemplare für besondere Kunden des Hauses...
Im März 1971 präsentierte man den 385 PS starken "Miura SV" als Weiterentwicklung des "Miura S", zu erkennen an den 9 Zoll breiten Pirelli cinturato an der Hinterachse. Ebenfalls 1971 zeigte man die Studie des "Countach", der 1974 die Nachfolge des "Miura SV" antreten sollte. Lamborghini beschrieb den "Miura" einmal wie folgt: "Er ist eine Fahrmaschine für den echten Sportfahrer, der sich in Bezug auf Leistung und Ästhetik nur mit dem Besten zufrieden gibt." Dem ist nichts hinzuzufügen!
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