www.italian-classics.net 26.05.2006 13:25
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Kanada feiert 1967 das hundertjährige Bestehen des Landes mit einer Weltausstellung, der "Expo 67" in Montreal. Für eine Sektion der großen "Expo 67" wurde Alfa Romeo eingeladen, ein Fahrzeug auszustellen, das "... die höchsten Träume des Menschen in Sachen Auto..." wiederspiegeln sollte. Alfa Romeo und Bertone präsentieren dort eine weiß lackierte Sportwagenstudie, die auf dem Fahrgestell des "Bertone" (Giulia Sprint GT) basiert. Das Design stammt von Marcello Gandini, der seine glänzende Reputation mit der Gestaltung des Lamborghini Miura 1966 erworben hatte. Die Unternehmensplanung beschloss die anschließende Serienproduktion, wenn auch nicht mit dem ursprünglich vorgesehenen 1.750 ccm Doppelnockenwellen-Vierzylinder. Bereits Ende 1966 beschloss die Technikabteilung im Hause Alfa Romeo den aus dem Tipo 33 bekannten Achtzylinder-Motor in den Montreal zu implantieren. Wie bei diesem besaß er zwei obenliegende Nockenwellen pro Reihe, elektronische Zündung, Trockensumpfschmierung und eine Einspritzung von Spica.
Leider hat man den Tipo 33- Motor zur Verwendung im Montreal nachhaltig domestiziert: durch erweiterte Zylinderbohrungen sowie durch Verwendung einer Kurbelwelle mit deutlich größerem Hub stieg der Hubraum von 2.000 ccm auf 2.600 ccm. Die von 230 PS auf 200 PS reduzierte Motorleistung liegt nun bei zivileren 6.500 u/min an.
Der 2+2 sitzige Montreal debütiert in seiner endgültigen Form auf dem Genfer Automobilsalon 1970 und ging im Jahr darauf in Produktion. Die auf dem Foto gut erkennbaren seitlichen Luftschlitze verleiten so manchen Betrachter zu der Annahme der Montreal verfüge über einen Mittelmotor. Nein, die sechs waagerechten Luftschlitze in der breiten B-Säule dienen einzig zur Entlüftung des Cockpits, der Motor sitzt wie gewohnt unter der langen Fronthaube.
Allerdings ist das von der kleinen Giulia Sprint GT stammende Fahrwerk mit hinterer Starrachse mit der Kraft und dem Gewicht des herrlichen V8-Motors deutlich überfordert. Der 1.260 kg schwere Montreal nimmt schnelle Kurven mit starker Seitenneigung und taucht beim Bremsen tief ein. Von 1970 bis 1977 entstehen 3.925 Exemplare des in Deutschland damals zu einem Preis von ca. 35.000 DM angebotenen Montreal. Der kräftige Durst des gezähmten Rennmotors trug in Zeiten der Ölkrise nicht gerade zur Beliebtheit des Montreals bei. Davon haben leider nur wenige in gutem Originalzustand überlebt.
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